Mittwoch, 27. April 2022

Wie das Sauerkraut zum Kinde


Also jetzt ernsthaft: Hier will mich einer veräppeln! Ich mein, ich will ja nicht undankbar sein und ich bin natürlich froh, dass es so gekommen ist … Aber warum es so gekommen ist – kann mir das mal jemand erklären? Und zwar so, dass ich es auch verstehe?



Meine Buben essen Sauerkraut. Von heut auf morgen, einfach so. Keine Unmengen zwar, aber doch: Sie essen Sauerkraut. Und wisst ihr auch, weshalb? Nicht etwa, weil sie mir plötzlich die Story glauben von den Millionen lebender Milchsäurebakterien, den Vitaminkriegern und der Ballaststoff-Müllabfuhr, die unseren Darm putzt und uns gesund durch den Winter bringt. Nein: So etwas fällt nach wie vor in die Kategorie Mama-du-redest-immer-nur-Bla-Bla-Bla.



In echt ist nämlich der Räuber Hotzenplotz dran schuld. Oder besser gesagt: Die Oma vom Kasperl und vom Seppel. Die kocht nämlich jeden Donnerstag Bratwurst mit Sauerkraut. Hättet ihrs gewusst? Jedenfalls: Seit meine Jungs das wissen, bestellen sie auch jeden Donnerstag Bratwurst mit Sauerkraut. Und sie essen die Bratwurst. Und. Das. Kraut.

Okay, sie schimpfen sich jetzt auch gegenseitig Lumpenhund, wenn die Umstände danach sind, aber was soll‘s. Hauptsache das Sauerkraut.


Frühlingssalat mit Sauerkrautdressing und Bärlauch-Knoblauchsrauke-Brot

Abseits von Bratwurst & Co. lässt sich noch so viel mehr anstellen mit dem fermentierten Kohlgemüse … wie wäre es mit einem Salatdressing? Dazu ein zarter Frühlingssalat und knusprig-würziges Weißbrot – so fein!
Bei der Zubereitung von Wildkräutersalaten ist es wichtig, die einzelnen Pflanzen und Kräuter vorab auf ihre Zartheit zu testen. Sind sie zäh oder fest, ist es besser, sie vorab klein(er) zu schneiden.
Statt des Apfels passt auch Grapefruit wunderbar, diese am besten vor dem Anrichten filetieren.


Zutaten für 4 Portionen

Für den Salat
4 Doppelhandvoll frische, junge Wildkräuter (hier: Giersch, Behaartes Schaumkraut, Vogelmiere, Scharbockskraut, Löwenzahn)
1 großer Apfel
1 – 2 reife Avocados

Für das Dressing
6 EL Sauerkraut
etwas Sauerkraut-Lake
3 EL Olivenöl
1 EL Honig
1 TL Senf
Salz
Pfeffer

Für das Bärlauch-Knoblauchsrauke-Brot
etwa 10 – 12 Scheiben Weißbrot oder Baguette
3 EL weiche Butter
1 Handvoll Bärlauchblätter
1 Handvoll Knoblauchsraukeblätter
Salz

Zum Anrichten
4 EL Buchweizen, trocken geröstet
rosa Pfefferbeeren
Blüten von Scharbockskraut und Himmelschlüsserl

1. Die Wildkräuter verlesen und gut waschen.

2. Die Dressingzutaten verrühren und mit dem Stabmixer cremig pürieren. Beiseite stellen.

3. Für die Kräuterbutter Kräuter fein hacken und unter die Butter mischen. Salzen. Die Brotscheiben in einer beschichteten Pfanne in wenig Öl auf einer Seite knusprig braten, dann wenden. Auf den Oberseiten jeweils etwas Kräuterbutter auftragen und schmelzen lassen, während die zweite Seite knusprig bäckt.

4. Das cremige Dressing auf 4 Tellern flächig verstreichen. Den Apfel waschen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Avocados halbieren, entkernen, aus der Schale lösen und in Spalten schneiden. Apfel und Avocado gemeinsam mit den Wildkräutern auf dem Dressing anrichten.

5. Mit Buchweizen und rosa Pfeffer bestreuen. Als Dekoration kommen noch hübsche Blüten auf den Salat.

6. Den Salat gemeinsam mit dem Kräuterbrot servieren.

15 Kommentare:

  1. So, so, Sauerkrautdressing! Du kommst auf Ideen. Das klingt ja echt gut. Es mangelt hier nur ein bissi an den Wildkräutern. Aber bald kann ich Asia-Salate ernten, dann probier ich das aus.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hast keinen schönen Park in deiner Nähe liebe Susi? :-)))

      Löschen
  2. Ich bin auch sofort darauf angesprungen: Sauerkraut in ein Salat-Dressing integriert - das muss ausprobiert werden.
    frühlingshafte Grüsse aus dem Elsass von Sabine

    AntwortenLöschen
  3. sorry für den anonymen Kommentar - anders geht es im Moment hier nicht

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Komisch manchmal, dieses Blogger ... Ich hoffe, dass es wieder funktioniert.
      Jedenfalls freu ich mich über deine Zeilen, liebe Sabine :-)

      Löschen
  4. Mangels Kinder: Herr C. isst gerne Sauerkraut. Unmengen davon. Aber wenn ich ihm Wildkräutersalate vorsetze, nützt auch ein Sauerkrautdressing nix. So viel schönes Grünzeug im Garten und er mag quasi keines davon. :-(

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klein anfangen? Hier ein Kräutlein, da ein Blümlein? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Wildkräuter anfangs gewöhnungsbedürftig sind - der Geschmack ist intensiv, ungewohnt, einfach anders ... Aber hey - iss halt du das schöne Grünzeug! ♥

      Löschen
  5. Jetzt muss ich echt lachen.
    Und schwelge in Erinnerungen, meine Söhne, heute 37, 32, 27 und 20 Jahre alt hörten alle 4 sehr gerne Räuber Hotzenplotz, ihnen hatte es der vegetarische Hund der Wahrsagerin angetan, Sauerkraut aßen nur die beiden älteren Söhne, das Wort Lumpenhund kannten alle 4.
    Der 3. Sohn hat NIEMALS Gemüse oder Salat gegessen, da konnte ich machen was ich wollte, einen Tag nach seinem 19. Geburtstag zog er zum Studieren nach Berlin, 3 Wochen später kam ein Foto mit einem Brokoliauflauf: "So was von lecker! Ich bin übrigens jetzt Vegetarierier!" Und das ist er bis heute geblieben.
    Dein Salat sieht köstlich aus, leider habe ich seit ein paar Jahren eine Histaminunverträglichkeit und reagiere u. a. auf fermentierte Speisen extrem.
    viele Grüße Margot

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen liebe Dank für deine spannende Geschichte, liebe Margot! Sie hat mir auch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert :-)
      4 Jungs! Ich zieh meinen Hut ...
      Alles Liebe!

      Löschen
  6. Hmm, als Dressing kann ich mir Sauerkraut auch gut vorstellen, das versuch ich mal, grad in Kombination mit dem Apfel. Wir bekommen Sauerkraut tatsächlich am besten in Form von Sauerkrautpizza unter: Klassischer ital. Pizzaboden, bestrichen mit saurer Sahne, klassisches geschmortes und gut ausgedrücktes Apfelzwiebelsauerkraut mit Speck drauf, mit Münsterkäse o.Ä. belegen, backen wie immer. Und die Schnäbelchen gehen gaaanz weit auf! ;-) LG, Ana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das könnte auch hier einen Versuch wert sein ... vielen Dank für die Inspiration, liebe Ana! :-)))

      Löschen
  7. Wie überaus seltsam: Ich hatte begeistert von der Kreativität und der Raffinesse des Rezepts und des gewitzten Anlasses eigentlich einen großen Strauß Komplimente dalassen wollen. Offenbar ist der Kommentar aber nur unter- und nicht wieder aufgetaucht. Hiermit also Versuch 2. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich freu mich, dass du es nochmal versucht hast ... Danke für deine Zeilen :-)

      Löschen
  8. Sauerkraut als Salatdressing! Genial! Dazu die köstlichen Wildkräuter, eine tolle Idee.
    Sonnige Grüße
    Sigrid

    AntwortenLöschen

Über Kommentare freue ich mich immer. Herzlichen Dank dafür!
Hinweis: Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass der von dir geschriebene Kommentar sowie personenbezogene Daten, die damit verbunden sind (beispielsweise Username, Mailadresse, IP-Adresse), an Google-Server übermittelt werden.
Mehr Informationen dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.