Samstag, 31. Oktober 2020

Home-o-ween


Ich bin kein Halloween-Fan – eher Team Eva: Irgendwie so ein bisschen über mich selbst verwundert, dass ich Halloween plötzlich erträglich, vielleicht sogar ein wenig lustig finde. Hey, das liegt an den Kindern: Vor 15 Jahren noch habe ich die Stirn gerunzelt, wenn vor mir auf dem Boden im Supermarkt ein plärrendes Bündel lag, das gerade nicht bekommen hatte, was es wollte. Bei mir wird das völlig anders, dachte ich mir dann, meine Kinder machen so etwas nicht. Jooouuu … ok. Seitdem weiß ich: Sag niemals nie.

Nun finde ich Halloween also nicht mehr so schlimm – und wäre sogar süßigkeitenmäßig gerüstet gewesen für Monsterbegegnungen und Geisterbesuch. Aber von heut auf morgen ist wieder alles anders: Der Corona galoppiert gerade durch unseren kleinen Ort und das Minimädel darf nun doch nicht mit ihren Girlies um die Häuser ziehen. Ich will nicht, dass sie ihm begegnet – und mit nach Hause bringen braucht sie ihn schon gar nicht. So ist das mit diesem verflixten 2020: Ein Schreckmoment jagt den nächsten. Eigentlich haben wir schon das ganze Jahr über Halloween, nur hat es uns keiner gesagt.

Wir haben also beschlossen, es uns zuhause gemütlich … ähm … gruselig zu machen – und nach anfänglichem weltumspannendem Herzschmerz hat es auch das Minimädel eingesehen und das Beste aus der Situation gemacht. Wir haben geplant, gebacken, gekocht und dekoriert – und alle gemeinsam einen schaurig schönen Abend verbracht.


Halloween zuhaus – ein paar Ideen

Kürbisgesichter schnitzen
Dieser Klassiker darf natürlich nicht fehlen – und gefällt auch schon den Kleinen. Das Schnitzen und Aushöhlen haben wir am Nachmittag erledigt, am Abend haben die wir Fratzen dann mit Kerzen zum Leuchten gebracht.

Gruselgeschichten vorlesen
Hier empfiehlt es sich, dem Alter entsprechende Geschichten auszuwählen – sonst kann es passieren, dass sich die Kleinsten vor lauter Angst nicht mehr vom Rockzipfel der Mama wegtrauen. Aber ein bisschen Grusel darf beim Vorlesen natürlich trotzdem sein – da reicht schon ein Schauer in der Stimme oder eine unerwartete, hauchzarte Berührung am Rücken. Eine schöne Sammlung von Geschichten für kleinere Kinder habe ich bei Elke gefunden.

Grusel-Schatzsuche
Die Halloween-Süßigkeiten habe ich den Kindern in der Wohnung versteckt – und ich ließ sie im Dunkeln, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, danach suchen.

Waldspaziergang im Dunkeln
In der Finsternis hat ein Wald echtes Gruselpotential – ein einfaches Was war das? reicht schon aus. Es raschelt und knackt überall, die Schatten der Bäume sehen aus wie Gespenster und die Augen unseres Hundes Chi leuchten grell, wenn der Lichtstrahl der Taschenlampe sie streift.



Kürbis-Schokokekse mit Haselnüssen


Diese Kekse müsst ihr nachbacken – dicke Empfehlung! Sie schmecken schokoladig, nussig, sind ein wenig knautschig und einfach super zum Vorbereiten (siehe Tipp!).

Zutaten für etwa 14 Stück

1 sehr kleiner Hokkaidokürbis
90 g Haselnusskerne
115 g Butter
100 g gemahlene Haselnüsse
90 g Weizenmehl (Type 700)
35 g Reismehl
¾ TL Backpulver
1 ½ TL Zimt
1 Prise Salz
½ TL Muskatnuss gemahlen
¼ TL Ingwer gemahlen
60 g Braunzucker
60 g Zucker
1 Ei (M)
1 TL Vanilleextrakt
100 g Schokoladenstücke

1. Zuerst das Kürbispüree zubereiten. Dafür den kleinen Hokkaidokürbis entkernen, in Stücke schneiden, in wenig Wasser weich dünsten und anschließend fein pürieren. Abkühlen lassen und abwiegen - wir brauchen 75 g Kürbispüree.

2. Das Backrohr auf 180 °C vorheizen. Die Haselnüsse auf ein Backblech geben und für 10 – 15 Minuten im heißen Ofen rösten. Herausnehmen, auf ein Geschirrtuch geben, einschlagen und die Schalen so gut es geht von den Kernen rubbeln. Dann die Schalen entfernen und die Nüsse grob hacken. Einige Nüsse für die Dekoration beiseitelegen.

3. Die Butter in einen kleinen Topf geben und bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Weiter auf der Hitze lassen, bis sie zu schäumen beginnt. Gelegentlich rühren. Wenn sie nussig duftet und sich kleine braune Punkte am Topfboden bilden, vom Herd nehmen. Ein Sieb mit einem Tuch oder einem Stück Küchenrolle auslegen und die Nussbutter durchseihen. Überkühlen lassen.

4. Gemahlene Haselnüsse, Weizenmehl, Reismehl, Backpulver, Zimt, Salz, Muskatnuss und Ingwer vermischen.

5. Braunzucker und Zucker mit der Nussbutter verrühren. Das Ei und Vanilleextrakt zugeben und kurz weiterrühren. Kürbispüree, gehackte Haselnüsse und Schokoladenstücke (einige davon zur Dekoration aufheben!) untermischen.

6. Die Mehlmischung unterheben, den Teig abdecken und über Nacht in den Kühlschrank geben.

7. Am nächsten Tag das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig aus dem Kühlschrank holen. Mit einem Eisportionierer Teigkugeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen. Etwas Abstand zwischen den Kugeln lassen. Mit gehackten Nüssen und Schokolade bestreuen.

8. Etwa 18 – 20 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Tipp:
Diese Kekse lassen sich wunderbar auf Vorrat machen. Dafür direkt nach der Teigherstellung die Teigkugeln mit dem Eisportionierer auf ein kleines Tablett setzen und dekorieren. In den Tiefkühler geben. Sobald sie gefroren sind in Tiefkühlbeutel umfüllen und gut verschließen. Gebacken werden diese Kekse direkt aus dem Tiefkühler bei 180 °C etwa 20 – 25 Minuten. Auf diese Weise laufen die Kekse beim Backen gar nicht auseinander und gelingen super!

Inspiration für mein Rezept fand ich hier.

Kürbiskernmus

Kürbiskernmus schmeckt köstlich und hat eine herrlich grüne Farbe. Kokosöl und Kardamom dienen der Verbesserung von Konsistenz und Geschmack, ich halte es aber nicht unbedingt für notwendig und stelle mir das Nussmus auch pur wunderbar vor. Es eignet sich hervorragend zum Dippen oder für Aufstriche, zur Herstellung von Nussmilch oder als Ergänzung in Müsli und Porridge.

Zutaten für ein mittelgroßes Marmeladenglas

300 g Kürbiskerne
1 Prise Salz
2 EL weiches Kokosöl
½ TL Kardamom

1. Das Backrohr auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kürbiskerne auf ein Blech legen und eine Prise Salz darüber streuen. Im Backofen etwa 15 – 18 Minuten backen, bis sie beginnen, aufzuplatzen.

2. Die Kürbiskerne in eine Küchenmaschine mit Zerkleinerer (Food Processor) geben und zerkleinern. Immer wieder einmal stoppen, um die Kerne von den Seiten zu schaben. Zuerst entsteht eine Art Mehl, dieses klumpt dann irgendwann zusammen und plötzlich wird daraus ein glattes und flüssiges Kürbiskernmus. Der Prozess, bis die Kürbiskerne derart zerkleinert sind, dass sie ihr Öl freigeben und dann alles flüssig wird, ist sehr interessant und hat die Kinder total fasziniert. Alles in allem dauert das an die 15 Minuten.

3. Das Kokosöl und den Kardamom dazugeben und nochmals kurz durchmixen. In ein sauberes Glas füllen und gut verschließen. Ich habe das Mus in meinem Vorratsschrank, also bei Raumtemperatur und dunkel gelagert – und bin erstaunt, wie lange es auf diese Weise hält (mehrere Wochen ohne erkennbaren Qualitätsverlust – nur das Kürbiskernöl setzt sich irgendwann oben ab, dann einfach durchrühren).

Das Rezept habe ich bei David und Luise abgeguckt.



Für den Halloween-Naschteller haben wir Orangenspalten, Karottenstifte, Apfelspalten, Walnüsse und Quittenkäse zusammen mit etwas Kürbiskernmus und den Kürbis-Schoko-Keksen auf einer schönen Platte angerichtet.


Happy Home-o-ween!

12 Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    ach, dieses Virus... ��. Die Schwägerin hat ein Foto vom Neffen geschickt, verkleidet als Fledermaus und mutmaßlich ausgestattet mit der in dem Alter obligatorischen Rotznase. Und ich dachte: Ja, heuer ist nichts gruseliger, als Virenschleudern – tierischen oder menschlichen Ursprungs... . Aber wenn jemand das Beste aus "der Situation" gemacht hat, dann ja wohl ihr! Die Kürbisse sind der Kracher! Und die Kekse sicher auch. Ich nehm' mir einen, ja, obwohl ich aus dem Süßes-oder-Saures-Alter mehr als raus bin...
    Herzlich: Charlotte

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    1. Haha, Rotznasen gibt's hier auch genug zur Zeit ...
      Die Jungs sind noch nicht groß genug, dass sie selbst herumrennen wollen von Haus zu Haus (ihnen reichen die Süßigkeiten IM Haus) und das Minimädel hat auch schon nichts mehr dagegen, wenn die Mama nicht dabei ist ... So komm ich nicht in die Verlegenheit, mitgehen zu müssen ;-) Halloween ist also ganz erträglich zur Zeit :-)
      Tatsächlich war es an Halloween aber richtig still! Nicht ein Kind hat geläutet.
      Alles Liebe!

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  2. Hallo Maria,
    tja, das ganze Jahr schon diese Stimmung... Zum Glück war's im Sommer besser. In unserem Landkreis liegt die Inzidenz über 200, da traut man sich kaum mehr raus. Die Kinder blieben auch daheim. - Da ist es umso besser, wenn man sich zuhause einkuscheln und feiern kann! Und Deine Kekse sehen nach Soulfood aus. :-)
    Liebe Grüße,
    Barbara

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    1. Bei uns im Ort ist es auch grad richtig schlimm mit den Infektionen ... Nun also wieder mehr daheim - und mehr Zeit für Haus und Garten und Kinder. Ich hab mir vorgenommen, die Zeit zu nutzen :-)
      Alles Liebe!

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  3. Liebe Maria,
    wie ich sehe und lese, es gibt keine Situation, aus der du nicht das Beste machst. So eine gesunde Platte habe ich selten zu Halloween zu Gesicht bekommen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Es gab auch Picksüßes und sehr Ungesundes ... Die Vielfalt macht's ;-)
      Alles Liebe!

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  4. abgesehen von den Schokospinnen (brrrr...) gefällt mir alles von diesem gesunden Teller ganz besonders gut, aber das Kürbisdings kann ich mir nicht recht vorstellen... und da ist kein Zucker drin?
    lg

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    1. Nein, kein Zucker ... Das Kürbiskernmus ist ja auch keine Schleckerei im üblichen Sinne ... Stell es dir als flüssige Kürbiskerne vor, wie Haselnussmus oder Mandelmus ... Richtig gut, wenn man die Äpfel reindippt! Alles Liebe!

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  5. Bei euch würde sogar ich gern Halloween feiern!
    Das Kürbiskernmus klingt interessant. Mal schauen, ob meine altersschwache Moulinette 15 min. Mixen noch überlebt.

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    1. Huh, ich wünsch dir Glück - meine Maschine ist noch nicht wirklich alt, aber sie hat sich schon ganz schön geplagt ;-) Alles Liebe zu dir, Susi!

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  6. Liebe Maria, die Kürbiskekse sind genau meines, ich mag es, wenn es nicht zuuuu kross ist. Helloween geht für mich gar nicht, ich hasse es, dewegen hat Königin Mutter es einfach gestrichen... sozusagen als verspätete Rache, dass meine Rechnung "also mein Kind liegt sicher nicht plärrend im Supermarkt am Boden" NICHT aufgegangen ist. Aber wir gruselten auch ein bisschen im dunklen Wald und gruselten noch mehr bei "die drei Räuber" - in puncto Horror auch meine Schmerzgrenze ;-) liebste Grüße Uli

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  7. Die drei Räuber - wir lieben das Buch! Du redest vom Film, oder?
    Ganz liebe Grüße :-)

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