Freitag, 24. Januar 2020

Da saß ich also


Da saß ich also vor dem Teller mit Zucchinisuppe. Die Suppe sah traurig aus und blass und ich fragte sie, was denn da los war beim Kochen. Zuerst sagte sie nichts. Ich rührte ein wenig in ihr herum und bemerkte, wie dünn und wässrig sie geraten war. Ich verwirbelte die Flankerl vom ausgeflockten Sauerrahm, um sie ein wenig aus der Reserve zu locken. Plötzlich flüsterte sie etwas, so leise, dass ich es nicht verstand. Ich fragte nach, ich lauschte angestrengt. Wieder verstand ich nichts. Da hielt ich mein rechtes Ohr ganz nah an sie heran, bis ich ihre Wärme spürte an meiner Wange. Die Suppe sagte: Die Liebe hat gefehlt. Und dann war sie still.

Gedankenverloren – und einzig ihr zuliebe – löffelte ich die Suppe. Sie schmeckte leer, aber das sagte ich ihr nicht. Beim letzten Löffel versprach ich ihr, mich in Zukunft besser um sie zu kümmern.



Zucchinisuppe mit Curry

Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen. (Dalai Lama) – Tatsächlich, Kochen ohne Liebe, das geht nicht (umgekehrt verhält es sich übrigens genauso, zumindest bei mir …). Wenn mir etwas nicht gelingt, dann war es in den meisten Fällen nicht die Qualität der Zutaten oder die eine oder andere Lücke hinsichtlich Wissen oder Fertigkeit. Fast immer fehlte es schlicht an Ruhe, Zeit, Geduld, Muse. Oder Liebe.
Dieser Suppe hier mangelte es an derlei Zutaten nicht. Sie dankte es mir mit Sämigkeit, Wohlgeschmack und feiner Würzigkeit und wärmte mir den Bauch – und das Gemüt.

Zutaten für 2 Portionen

Für die Suppe
700 g Zucchini
1 Zwiebel
1 EL Rapsöl
1 – 2 TL Currypulver
etwa 350 ml Gemüsesuppe
2 oder 3 Stängel Petersilie
125 g Sauerrahm
Salz
Pfeffer

Zum Garnieren
flüssiges Schlagobers
schwarzer Sesam
Blütenblätter
Petersilie

1. Zucchini in grobe Scheiben schneiden. Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden. Beides in einem Topf mit Rapsöl bei mittlerer Hitze anschwitzen.

2. Currypulver zugeben und kurz mitrösten.

3. Mit Gemüsesuppe aufgießen, die Zucchini sollen komplett bedeckt sein. Petersilie zugeben, Deckel auflegen und die Hitze reduzieren. 20 – 25 Minuten köcheln lassen, bis die Zucchini gar sind.

4. Mit einem Stabmixer gut durchpürieren.

5. Sauerrahm einrühren, danach nicht mehr aufkochen (sonst flockt der Sauerrahm aus)!

6. Mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken.

7. Die Suppe anrichten und mit flüssigem Schlagobers, schwarzem Sesam, Petersilie und – falls vorhanden – Blütenblättern garnieren.


Nach einem Rezept von Mia.

4 Kommentare:

  1. genau!
    Schon Hildegard von Bingen soll ja vom achtsamen Kochen mit Liebe gesprochen haben...
    lg

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  2. Ach, das hast du schön beschrieben - die Sache mit der Liebe beim Kochen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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