Ihr Kinder, sperrt die
Näschen auf,
es riecht nach
Weihnachtstorten;
Knecht Ruprecht steht am
Himmelsherd
und bäckt die feinsten
Sorten.
Ihr Kinder, sperrt die Augen
auf,
sonst nehmt den Operngucker:
Die große Himmelsbüchse,
seht,
tut Ruprecht ganz voll
Zucker.
Er streut – die Kuchen sind
schon voll –
er streut – na, das wird
munter:
Er schüttelt die Büchse und
streut und streut
den ganzen Zucker runter.
Ihr Kinder, sperrt die
Mäulchen auf,
schnell! Zucker schneit es
heute;
Fangt auf, holt Schüsseln –
ihr glaubt es nicht?
Ihr seid ungläubige Leute!
Paula Dehmel (1862 – 1918) / Weihnachtsschnee
Weihnachten spüren
und erleben, wie ein Kind es tut: Verspielt, unbeschwert, mit großer Neugier
und weit geöffnetem Herzen. Mit dem festen Glauben an das Mögliche im
Unmöglichen und daran, dass manchmal auch Wunder gescheh’n. Das ist meine
Wunschvorstellung – für mich, für euch.
Weihnachten 2015
ist so anders. Die Herbergssuche erleben wir nicht wie gewohnt nur im
übertragenen Sinn. Dieses Weihnachten ist Erfahrung, nicht bloß Erinnerung.
Etwas verändert sich, das spüren wir in aller bedrohlichen Wirklichkeit,
hautnah. Aber auch wenn Veränderung Angst machen kann – gleichzeitig birgt sie Bereicherung und Neuanfang.
Wenn der
Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.
Laotse
Euch allen ein gesegnetes
Weihnachtsfest!