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Sonntag, 12. April 2015

Post-Fasten-Gedicht:
Schinkenpasteten mit Giersch


Er fastete und fastete / verschmähte Brot und Pastete.

Wie genial ist das denn? Bei diesem Zweizeiler des Wiener Autors Daniel Wisser kann man es sich aussuchen, ob er sich reimen soll oder ob die Betonung stimmt. Beides gleichzeitig geht nicht. Ich finde das sooo witzig!

Eigentlich hatte ich nach der Entdeckung dieses Kurzgedichts selbst das Verlangen, einen solchen leicht hinkenden Reim zu formulieren, aber das ist schwerer als man denken mag. Ich hab es nicht geschafft. Stattdessen:

Die Fastenzeit ist jetzt vorbei / ich gönn mir Schinken und ein Ei.

Zugegeben, die große Dichtkunst ist das nicht. Wenn man aber beide Reime zusammennimmt, ergibt das ins Kulinarische übersetzt:


Schinkenpasteten mit Giersch


Diese kleinen Hand Pies leben von guten Grundprodukten, dem ersten zarten Grün und dem Topfenblätterteig nach Hedi Klinger, der über Nacht ruhen darf und sich beim Backen auf fast vier Zentimeter aufplustert. Heraus kommen sehr köstliche Pastetchen, die Groß und Klein schmecken – daheim und unterwegs.

Zutaten für etwa 20 Stück

Für den Topfenblätterteig
250 g glattes Mehl
1 Prise Salz
250 g Butter
250 g Topfen

Für die Füllung
75 g Saftschinken vom Weideschwein
2 Handvoll Giersch
1 gekochtes (Oster)Ei
1 Eiklar
Salz, Pfeffer, etwas Senf

Zum Bestreichen
1 Dotter
2 EL Milch

1. Am Vortag den Topfenblätterteig zubereiten. Dafür das Mehl mit dem Salz auf eine Arbeitsfläche geben, Butter in kleinen Stücken dazugeben und verbröseln. Topfen dazugeben und kneten, bis ein glatter und geschmeidiger Teig entsteht (das Teigkneten kann natürlich auch die Küchenmaschine mit dem Knetwerkzeug übernehmen).

2. Arbeitsfläche bemehlen und den Teig darauf zu einer Rolle formen. Etwa 1 cm dick und rechteckig ausrollen,sodass eine lange Seite zum Körper zeigt. Eine einfache Tour machen (den Teig gedanklich dritteln und von links und rechts je ein Drittel einschlagen). Teig um 90 °C drehen, sodass wieder eine lange Seite zum Körper zeigt. Nochmals 1 cm dick und rechteckig ausrollen. Nun eine doppelte Tour machen (Teig gedanklich vierteln, von links und rechts zur Mitte einschlagen und nochmals zusammenklappen). Beim Tourieren ist es wichtig, das Mehl beim Einschlagen immer wieder vom Teig abzukehren.

3. Das Teigstück in Butterpapier einschlagen, in Frischhaltefolie verpacken und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

4. Am nächsten Tag wird noch einmal eine doppelte Tour wie oben beschrieben gemacht. Dann wird der Teig nochmals in Butterpapier und Frischhaltefolie verpackt und darf weitere 2 Stunden im Kühlschrank rasten.

5. Backofen auf 180 °C vorheizen.

6. Für die Fülle den Saftschinken klein würfeln, den Giersch und das gekochte Ei fein hacken. Alles mit dem Eiklar vermischen und mit Salz, Pfeffer und Senf kräftig abschmecken.

7. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und halbieren. Die erste Hälfte auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 3 mm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (meiner hatte einen Durchmesser von 6,5 cm) Kreise markieren (es sollten sich etwa 20 ausgehen) und je einen Teelöffel Fülle in die markierten Kreise setzen.

8. Dotter mit Milch gut verquirlen und um die Häufchen herum pinseln.

9. Die zweite Teighälfte ebenfalls 3 mm dick zur Größe der ersten Teigplatte ausrollen und auf die erste Teigplatte legen. Um die Fülle herum jeweils gut andrücken. An den Oberseiten mit einem Partyspießchen einstechen und nochmals andrücken, damit die Luft aus dem Inneren entweicht.

10. Nun werden die Pastetchen mit Hilfe des Ausstechers ausgestochen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gelegt. Den Rand der Pasteten rundherum mit den Zinken einer Gabel gut andrücken.

11. Die Pastetchen mit der restlichen Dotter-Milch-Mischung bestreichen und in 20 – 25 Minuten goldgelb backen.

2 Kommentare:

  1. Das Mini-Gedicht ist ja wirklich witzig!
    Toll hingegen sind deine Pasteten. Nun tut es mir fast leid, dass ich schon Osterschinken und Ostereier ratzfatz aufgearbeitet habe, denn das klingt hervorragend!

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    1. Danke liebe Susi :-)
      Und bei mir? Sind noch immer drei Eier übrig ... ;-) Liebe Grüße!

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